• Schweiß, Jubel und Glücksgefühle

    Wahrscheinlich wird dem Boden im Heilbronner Frankenstadion nie mehr Beachtung geschenkt als beim Trollinger Marathon. Tausende glückliche Läufer kamen hier heute wieder zufrieden aber erschöpft durch den Zielbogen gerannt. Viele klatschten den Boden freundschaftlich ab, andere verpassten den Zielmatten im Stadion sogar ein schweißnasses Küsschen.

    Insgesamt meldeten sich dieses Jahr 7.663 Läufer beim Trollinger Marathon an, 6.526 Läufer gingen am Samstag und Sonntag dann auch tatsächlich an den Start. Davon kamen 6.420 im Ziel an. „Das ist für die heißen Temperaturen eine super Finisher-Quote von 98 Prozent“, sagt Projektleiter Holger Braun von der Heilbronn Marketing GmbH.

    Denn es war heiß und das forderte die Läufer dieses Jahr ganz schön. „Für mich gilt, lieber zu kalt als zu heiß“, sagt Marathon-Läufer Klaus Halsbeck aus Stuttgart kurz vor dem Start und fügt hinzu: „Dafür ist dieses Wetter gut für die Stimmung entlang der Strecke“. Und so war es dann auch. Die Zuschauer entlang der Strecke strahlten mit der Sonne um die Wette. Und die Läufer schwitzten noch mal eine Portion mehr als sonst.

    Sein Glück kaum fassen konnte der 100.000ste Trolli-Läufer, den HMG-Geschäftsführer Steffen Schoch mit Moderator Achim Seiter an der Ziellinie abfing. „Ich dachte erst mit meinem Zeit-Chip stimmt etwas nicht“, sagte Peter Rohatscheck aus Metzingen, nachdem er festgehalten wurde. Der 64-Jährige hat einen lebenslangen Freistart beim Trollinger Marathon gewonnen und eine Wein-Pauschale für zwei während des Heilbronner Weindorfs. „Da komme ich mit meiner Frau, die wird sich freuen“, sagte Rohatscheck.

    Eine echte Überraschung gab es im Zieleinlauf auch für Tina Kastrup. Vor zehn Jahren haben sie und ihr Partner Nikolaos Tsemperlis sich beim Trolli kennengelernt. Heute hat sie hier vor den Zuschauern im Frankenstadion einen Heiratsantrag erhalten.

    Als gute Neuerung wurde der Trolli-Familientag aufgenommen. Zum ersten Mal fanden die Kinderläufe bereits am Samstag statt. „Nun hatte ich endlich Zeit mit meinen Kindern mitzufiebern“, berichtete ein stolzer Vater, der heute selbst unter den Marathonläufern war. 952 Kinder hatten sich angemeldet. 819 gingen am Samstagnachmittag an den Start und 807 liefen erfolgreich ins Ziel ein.

    Erster Läufer im Ziel war dieses Jahr beim Marathon der Sieger des Vorjahres, Dickson Kurui mit einer Zeit von 2:31:22. Kay-Uwe Müller von der TSG Schwäbisch Hall landete mit einer Zeit von 2:31:58 auf Platz zwei vor Richard Schumacher (Sparda-Team) mit 2:35:52.

    Bei den Frauen beeindruckte Simone Raatz (ASC Darmstadt) mit 3:03:34. Auf Platz zwei landete Maria Magdalena Veliscu (Running Frenzy Bucuresti) mit 3:10:11 vor Conny Scholze von den GENO-Runners aus Offenau, die mit 3:18:53 ins Ziel kam.

    Beim Halbmarathon freute sich Emmanuel Kiprono (Kenia) mit 1:05:05 über den ersten Platz. Jonah Kemboi (Kenia) kam mit einer Zeit von 1:07:50 auf den zweiten Platz. Auf Platz drei landete Marius Puchta mit 1:15:43. Bei den Frauen siegte Prisca Kiprono mit 1:21:51 im Halbmarathon. Hannah Arendt lag mit einer Zeit von 1:29:22 auf Platz zwei. Den dritten Platz belegt mit dem Ergebnis 1:33:10 Katharina Kaufmann.

    Alle Ergebnisse gibt es hier.