• Triple im Visier

    Zwei Siegerinnen des Vienna City Marathon werden am 7. April erneut an die Startlinie von Österreichs größtem Sportevent gehen: Nancy Kiprop aus Kenia und die Schweizer Rekordhalterin Maja Neuenschwander. Dazu ist die dreifache Siegerin des Rom-Marathons, Rahma Tusa aus Äthiopien, im Rennen.

    Mit Nancy Kiprop, VCM-Siegerin der Jahre 2017 und 2018, Bestzeit 2:22:46 Stunden, Schulgründerin in Kenia und siebenfache Mutter kommt eine der interessantesten Persönlichkeiten der Marathonszene zum dritten Mal in Folge in Wien an den Start. Mit einem neuerlichen Erfolg könnte sie alleinige VCM-Rekordsiegerin werden. Beste Erinnerungen an Wien hat auch Maja Neuenschwander, die 2015 hier gewonnen hat. Die Schweizer Rekordhalterin mit 2:26:49 Stunden bereitet sich auf ein erfolgreiches Comeback vor. Eine sehr hoch einzuschätzende Konkurrentin ist die 25-jährige Äthiopierin Rahma Tusa, deren Bestzeit von 2:23:46 genau eine Minute hinter Kiprop liegt. Von 2016 bis 2018 hat sie dreimal in Folge den Rom Marathon gewonnen. Beim New York City Marathon 2018 lief sie auf den starken fünften Platz. Der Vienna City Marathon als IAAF Gold Label Rennen verspricht jedenfalls Weltklassesport und Hochspannung auf die Straßen Wiens.

    Zweimal in Folge hat Nancy Kiprop zuletzt in Wien als Marathonsiegerin gejubelt. 2017 war sie nach knappem Finish in 2:24:20 Stunden nur fünf Sekunden vor Rebecca Chesire erfolgreich. Im Hitzerennen 2018 wiederholte sie in überlegener Manier in 2:24:18 Stunden den Sieg. Beide Male steigerte sie dabei ihre persönliche Bestzeit. Vergangenen Herbst war die 39-Jährige sogar noch schneller und erreichte in Frankfurt ihre aktuelle Topmarke von 2:22:46 Stunden. „Ich komme sehr gern nach Wien zurück. Das Rennen ist gut organisiert, die Menschen heißen mich willkommen und ich fühle mich anerkannt und geschätzt. Diese Erfahrungen machen mich wirklich demütig. Ich hoffe, dass ich meinen Titel verteidigen kann“, sagt sie.

    Allein aufgrund der sportlichen Bilanz nimmt der Vienna City Marathon einen besonderen Platz im Laufherzen der Kenianerin ein. Noch wichtiger ist ihr, was sie damit in ihrer Heimat erreichen konnte. Seit Langem verfolgte die ausgebildete Lehrerin die Idee, in ihrem Heimatdorf nahe des Laufzentrums Iten eine Schule zu gründen. Mit dem Preisgeld vom ersten Wien-Sieg finanzierte sie die Fertigstellung des Schulgebäudes. Im Januar 2018 nahm sie mit zunächst sechs Kindern den Betrieb auf. Das Verdienst vom zweiten VCM-Erfolg steckte sie in den Bau eines zusätzlichen Unterrichtsgebäudes und eines Verwaltungsgebäudes. „"Wenn man auf d""ie letzten beiden Jahre blickt, im Marathon und in finanziellen Dingen, ist mein Erfolg von den zwei Siegen in Wien gekommen. Gemeinsam mit Adidas ist das Unmögliche möglich geworden. Meine Schule, Nancy Cletius Academy in Chesitek, unterrichtet jetzt 122 Kinder und gibt fünf Lehrern Arbeit. Unser Plan ist es, weiter zu wachsen und jedes Jahr eine neue Klasse zu eröffnen. Wir wollen weiter in die Ausbildung der nächsten Generation investieren"“, sagt Nancy Kiprop.

    Ein dritter Triumph in Wien würde vielen Kindern eine Zukunft sichern und wäre auch aus sportlicher Sicht eine Besonderheit. Denn Nancy Kiprop könnte sich am 7. April zur alleinigen VCM-Rekordsiegerin machen. Noch keine Läuferin hat bisher mehr als zwei Marathonsiege beim VCM erzielt. Vor Kiprop waren dies Fate Tola, die mittlerweile Deutsche ist und 2011 und 2012 als Äthiopierin siegte, Luminita Talpos aus Rumänien 2007 und 2008 sowie die Tschechin Ludmila Melicherova 1990 und 1991. Bei den Männern gibt es mit dem Kenianer Henry Sugut (2010, 2012, 2013) und dem ehemaligen österreichischen Rekordhalter Gerhard Hartmann (1985-1987) hingegen zwei Dreifach-Champions.